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Europamail | Der Newsletter von Daniel Caspary MdEP

Essen ist fertig

Drei Jahre wurde heiß diskutiert, nun ist sie durch: die Richtlinie zur besseren Kennzeichnung von Lebensmitteln. Außerdem in diesem Newsletter: wir erklären ultimativ, was eigentlich Derivate sind und bringen Ihnen frischen Wind aus Polen. Viel Spaß bei der Lektüre!

Schöner Schinken

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Die verbraucher- freundliche Etikettierung von Lebensmitteln beschäftigt uns ja nun schon seit einiger Zeit. Lange musste um den richtigen Weg gerungen werden - doch nun haben wir in zweiter Lesung einen Kompromiss gefunden, mit dem die Mehrzahl der Fraktionen, Abgeordnete unterschiedlicher Nationen, die Nahrungsmittelindustrie und auch viele Verbraucherschützer leben können.

Vermutlich ab 2014 müssen der Energiegehalt sowie der Anteil an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz deutlich sichtbar auf Lebensmittelverpackungen angegeben werden. Die Angabe des Herkunftslandes ist künftig für mehr Produkte verpflichtend, allergene Stoffe können leichter identifiziert werden und irreführende Präsentationen auf der Verpackung werden eingeschränkt: Analogkäse muss künftig den Hinweis „Hergestellt mit Pflanzenfett” tragen, Klebefleisch muss als solches ausgewiesen werden und wenn auf dem Joghurtdeckel Früchte prangen, müssen diese auch im Produkt enthalten sein - nicht nur Aromastoffe. Die Richtlinie wurde mit sehr großer Mehrheit angenommen, alle Neuerungen können Sie hier nachlesen.

 

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Faule Früchte

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Derivate sind, vereinfacht gesagt, Verträge zwischen zwei Personen. Diese Verträge sind gekoppelt an die Entwicklung einer anderen Sache. An einen Rohstoffkurs zum Beispiel, den Preis einer Aktie oder auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt. Ein Beispiel: Als Bäcker gehe ich davon aus, dass der Preis von Weizen in nächster Zeit steigen wird. Also schließe ich einen Vertrag mit dem Bauern ab, der mir in einem halben Jahr den derzeitigen Preis von Weizen garantiert. Das kann eine wirtschaftlich durchaus sinnvolle Vorgehensweise sein.

Man könnte jedoch auch sagen: Derivate sind so etwas wie Wetten mit der Möglichkeit auf hohe Gewinne. Sehr hohe Gewinne. Das hat Spekulanten dazu eingeladen, mit Derivaten zu zocken oder auf den Bankrott eines Staates zu wetten - und das wiederum hat die aktuelle Finanzkrise mit ausgelöst. Wir brauchen also strengere Regeln für den Handel mit Derivaten - da sind sich alle einig. Mein Fraktionskollege Werner Langen hat nun einen Bericht ins Plenum gebracht, der mehr Transparenz und Kontrolle beim Handel mit Derivaten vorschreibt. Künftig dürfen diese Verträge nicht geheim abgeschlossen werden, sondern müssen durch eine zentrale Clearingstelle gehen. Dies gibt dem Markt das notwenige Vertrauen zurück und uns die Möglichkeit, bei sich abzeichnenden Krisen künftig schneller gegensteuern zu können.

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Frische Erdbeeren

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Polen hat diese Woche die EU-Ratspräsidentschaft von Ungarn übernommen. In der Regel wird aus diesem Anlass ein Geschenkekorb überreicht, oft mit landestypischen Alkoholika darin. Im polnischen Korb waren stattdessen frische Erdbeeren. Und das ist nicht das einzige Klischee, mit dem die Polen im nächsten halben Jahr brechen wollen.

Mehr europäische Integration und Solidarität in der Wirtschaftskrise, intensivere Zusammenarbeit mit den östlichen Nachbarn der EU und starke Außengrenzen, das sind die Schwerpunkte der polnischen EU-Ratspräsidentschaft. Nach Eurobarometerumfragen ist Polen eines der EU-freundlichsten Länder und so zeigte sich der polnische Ministerpräsident Donald Tusk entsprechend optimistisch: "Die Antwort auf die Krise heißt mehr Europa", so Tusk am Mittwoch bei seiner Antrittsrede. Der amtierende EU-Ratspräsident zeigte sich überzeugt, dass Europa gemeinsam stärker sei als alleine. Kritik gab es daher an den Grenzkontrollen Dänemarks: "Wir können unsere Gemeinschaft nicht bewahren, indem wir mehr Barrieren aufbauen."

Die Polen - seit 2004 in der EU - haben in den ersten Tagen ihrer Präsidentschaft einen Tatendrang und Optimismus an den Tag gelegt, der Europa durchaus gut tun könnte. Ich bin gespannt, was da noch kommt.

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